Das Phänomen der Zeitreise
Das Phänomen der Zeitreise
Was in jener Nacht in Kreuzbrück geschieht, ist und bleibt das große Rätsel der Serie. Es gibt keine Zeitmaschine, kein magisches Artefakt, keine Formel. Die Zeitreise passiert — unerklärlich, unumkehrbar und für jede der fünf Freundinnen auf andere Weise.
Der Auslöser
Band 1: Eine Nacht in Kreuzbrück
Es ist August 2006. Alma, Mariella, Vika, Marit und Martha-Elise feiern Mariellas sechzehnten Geburtstag auf dem alten Gutshof in Kreuzbrück — ihrem „Bandenquartier" seit der sechsten Klasse. Sie sitzen eingewickelt in Schlafsäcke zusammen, mit Schokolade und Pringles, und schlafen irgendwann ein. Als sie aufwachen, sind sie nicht mehr zusammen. Jede ist allein in einer anderen Zeit.
Band 2: Ein Abend in Wildau
Im Oktober 2004 — zwei Jahre vor den Ereignissen aus Band 1 — sitzen die fünf Freundinnen am Lagerfeuer in Martha-Elises Garten in Wildau. Sie rösten Popcorn an einem ungewöhnlich warmen Herbstabend. Dann streift ein kühler Wind Almas Arme, das Bild verschwimmt — und als sie die Augen aufschlägt, liegt sie in einer dunklen, eiskalten Dachkammer im preußischen Kreuzbrück des 19. Jahrhunderts.
Wie die Zeitreise funktioniert
Nahtloser Übergang
Die Zeitreisenden „ersetzen" in der Vergangenheit eine Person, deren Stelle sie nahtlos einnehmen. Niemand wundert sich über ihre Anwesenheit — als hätten sie schon immer dort gelebt. Alma wird zum Küchenmädchen auf dem Gut, Martha-Elise zur Stieftochter des Dorftischlers, Mariella zur Adoptivtochter eines Berliner Professors. Die Vergangenheit hat einen Platz für sie vorgesehen.
Verschiedene Zeiten, verschiedene Orte
Jede Freundin landet in einer anderen Epoche und an einem anderen Ort:
- Alma erwacht im Jahr 1896 auf dem Gut Kreuzbrück — als Dienstmädchen im ausgehenden Kaiserreich.
- Martha-Elise findet sich 1911 im Dorf Kreuzbrück wieder — kurz vor dem Ersten Weltkrieg.
- Mariella taucht als Dreizehnjährige im Jahr 1899 in Berlin-Dahlem auf — und wächst im wilhelminischen Berlin auf.
- Marit gelangt ebenfalls nach Berlin, ins Jahr 1912 — als angehende Medizinstudentin in Moabit.
- Vika — ihr Schicksal bleibt vorerst ein Rätsel.
Das Wissen aus der Zukunft
Die Zeitreisenden tragen ihr gesamtes Wissen des 21. Jahrhunderts mit sich — und leiden darunter. Martha-Elise weiß, dass in wenigen Jahren der Erste Weltkrieg ausbrechen wird. Sie kennt die Millionen Toten, das Ende des Kaiserreichs, die Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Aber sie kann den Lauf der Geschichte nicht aufhalten. Sie kann nur damit leben — und ihre Kenntnisse so geschickt verpacken, dass niemand Verdacht schöpft.
Auch Alma und Mariella müssen ihre moderne Herkunft verbergen. Alltägliche Selbstverständlichkeiten — Redewendungen, Verhaltensweisen, Wissen über Hygiene oder Naturwissenschaft — können sie jederzeit verraten. Um nicht aufzufallen, verpackt Lise ihr Wissen in hypothetische Fragen, Mariella erfindet Geschichten über ihre Herkunft, und Alma lernt mühsam, sich den Gepflogenheiten einer Dienstmagd anzupassen.
Die Suche nacheinander
Getrennt, aber nicht vergessen
Das Schlimmste an der Zeitreise ist nicht die fremde Epoche — es ist die Einsamkeit. Jede der Freundinnen glaubt zunächst, allein in der Vergangenheit gefangen zu sein. Sie wissen nicht, ob die anderen noch existieren, ob sie ebenfalls in der Vergangenheit gelandet sind oder ob die Zeitreise nur ihnen allein widerfahren ist.
Die Erinnerung an die gemeinsame Zeit wird zur Quelle von Kraft und Schmerz zugleich. An einem Weihnachtsmorgen sitzt Martha-Elise allein in der Küche und denkt an einen Sommertag — an Alma auf dem Fahrrad, an Vika, Marit, Mariella. Die Erinnerung treibt ihr Tränen in die Augen.
Unverhoffte Wiederbegegnungen
Doch die Zeitreise hält auch Überraschungen bereit. In Band 1 erkennt Mariella im Immatrikulationsbüro der Friedrich-Wilhelm-Universität eine Frau wieder — eine Stimme, so vertraut wie eine entfernte Erinnerung. Zwei der fünf Freundinnen finden sich nach über einem Jahrzehnt wieder, an einem Ort, den keine von ihnen gesucht hat.
In Band 2 entdeckt Martha-Elise durch einen unerwarteten Brief, dass eine weitere Freundin in der Vergangenheit lebt — und vielleicht erreichbar ist. Die Hoffnung, die anderen zu finden, wird zum Motor der Geschichte.
Die offenen Fragen
Das ungeklärte Rätsel
Warum werden die Freundinnen in die Vergangenheit verschlagen? Was hat der Gutshof in Kreuzbrück damit zu tun? Warum landen sie in verschiedenen Jahrzehnten? Und gibt es einen Weg zurück?
Die Serie gibt auf diese Fragen bewusst keine einfachen Antworten. Das Phänomen der Zeitreise bleibt rätselhaft — es gibt keine Anleitung, keine Regeln, keinen Wissenschaftler, der es erklären kann. Was bleibt, ist die Frage, ob die Freundinnen sich wiederfinden können — und ob ihre Freundschaft stark genug ist, die Grenzen der Zeit zu überwinden.
Die Verbindung zu Kreuzbrück
Beide Zeitsprünge geschehen in der Nähe des alten Gutshofes — einmal direkt auf dem Gelände, einmal wenige Kilometer entfernt in Wildau. Das brandenburgische Dorf scheint der Schlüssel zu sein. Welches Geheimnis birgt dieser Ort? Und warum gerade diese fünf Freundinnen?
Die Zeitreise-Chronologie
Band 1: Kreuzbrück
- Ausgangspunkt: August 2006, Gutshof Kreuzbrück
- Almas Zeitebene: 1896–1897, Gut Kreuzbrück und Berlin
- Martha-Elises Zeitebene: 1911–1913, Kreuzbrück und Oranienburg
- Mariellas Zeitebene: 1899–1912, Berlin-Dahlem und Unter den Linden
Band 2: Kreuzbrück — Zeitenbande
- Ausgangspunkt: Oktober 2004, Wildau bei Berlin
- Almas Zeitebene: 1896–1897, Gut Kreuzbrück und Berliner Hygieneinstitut
- Martha-Elises Zeitebene: Dezember 1913 – Januar 1914, Kreuzbrück und Oranienburg
- Mariellas Zeitebene: Oktober 1912, Berlin
Band 3: Weitere Zeitreisen
Die Reise durch die Zeit geht weiter … Welche Epochen werden die Freundinnen noch erleben? Und was ist mit Vika geschehen?
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